Bericht zur großen musikalischen Akademie zum Vortheile von Herrn Ludwig van Beethoven am Mittwoch, dem 2ten April 1880 im kaiserlich königlichen National-Hof-Theater

Foto: WKO

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Was für eine Bereicherung für Wien! Seit nunmehr acht Jahren lebt Herr Ludwig van Beethoven nun in der schönen Donaustadt – und welch’ Inspiration hat sie ihm geschenkt. Spätestens seit seiner gestrigen ersten musikalischen Akademie können wir mit Fug und Recht behaupten: Wien beherbergt, neben Joseph Haydn, einen der größten Komponisten unserer Zeit!

Ein langer und ereignisreicher Abend erwartete die zahlreichen Zuhörer im bald ausverkauften Saal des National-Hof-Theaters. Auf dem Programm stehen laut Ankündigung: Ein grosses Konzert auf dem Piano-Forte, gespielt und komponirt von Hrn Ludwig van Beethoven. / Ein Sr. Majestät der Kaiserinn allerunterthänigst zugeeignetes, und von Hrn. Ludwig van Beethoven komponirtes Septett, auf 4 Saiten und 3 BlasInstrumenten, gespielt von denen Herren Schuppanzigh, Schreiber, Schindlecker, Bär, Nikel, Matauscheck, und / Dietzel. / … / Sodann wird Herr Ludwig van Beethoven auf dem Piano-Forte fantasiren. / Eine neue grosse Symphonie mit vollständigen Orchester, komponirt von Herrn Ludwig van Beethoven. Continue reading

Interview mit der Pianistin Margarita Höhenrieder zu Beethovens Todestag

Ein Teil des Heiligenstädter Testament in welchem Ludwig van Beethoven seine Verzweiflung über die fortschreitende Ertaubung und den nahe geglaubten Tod ausdrückt, Wikimedia Commons

Ein Teil des Heiligenstädter Testaments in welchem Ludwig van Beethoven seine Verzweiflung über die fortschreitende Ertaubung und den nahe geglaubten Tod ausdrückt, Wikimedia Commons

Anlässlich des 187. Todestages von Ludwig van Beethoven am heutigen 26. März sprachen wir mit Margarita Höhenrieder über seine Wirkung.

Welches Werk von Beethoven haben Sie zuletzt gespielt?

Das Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott in Es Dur,op.16, ein wunderbares Jugendwerk von Beethoven, es wurde wahrscheinlich 1796/97 komponiert.

Vor kurzem haben wir im Blog ihre künstlerbiografische Verbindung zu Ludwig van Beethoven vorgestellt. Was bedeutet Ihnen diese Verbindung?

Für mich sind Authentizität und Tradition grundsächlich sehr wichtig und durch diese Verbindung zu Beethoven als seine “Urururenkelschülerin” finde ich vielleicht überzeugende Antworten auf manche interpretatorische Fragen in seinen Werken.

Beethoven war ein ein ganz herausragender Pianist und Improvisator. Seine Klavierkompositionen – vor allem die Sonaten, Variationen und Klavierkonzerte – sind auf der emotionalen, intellektuellen und auch rein pianistischen Ebene eine einzigartige Herausforderung für jeden Pianisten. Man muss nicht nur der geistigen Dimension der Komposition gerecht werden, sondern immer auch den Vergleich mit der großen Zahl begnadeter Pianistinnen und Pianisten in Vergangenheit und Gegenwart bestehen. Continue reading

Die Spur führt zu Beethoven – Margarita Höhenrieder, Artist in Blog Residence

Skulptur Ludwig van Beethoven, Lilo Kapp  / pixelio.de

Skulptur Ludwig van Beethoven, Lilo Kapp / pixelio.de

Am 11. Februar 1812 wurde Ludwig van Beethovens 5. Klavierkonzert op. 73 in Es-Dur erstmals in Wien aufgeführt. Am Flügel saß Carl Czerny. Dieser war Sohn des Pianisten Wenzel Czerny und selbst überaus begabt. Bereits mit 15 Jahren war er ein gesuchter Klavierlehrer. Zuvor, von 1801 bis 1803, war er selbst ein Schüler des erfolgreichen Komponisten Ludwig van Beethoven.

An dem Zusammentreffen dieser beiden Musiker kann man eine gerade Linie musikalischer Lehrtätigkeit verfolgen, welche bis zu unserem Artist in Blog Residence, der Pianistin Margarita Höhenrieder, führt.

Von Beethoven zu Artur Schnabel

Denn der Beethoven-Schüler Carl Czerny wurde selbst ein gefragter Komponist, Musikpädagoge und Pianist. Carl Czerny unterrichtete ab 1841 in Wien den jungen Pianisten Teodor Leszetycki. Dieser hatte bereits mit elf Jahren in Lemberg, mit einem Konzert seines späteren Lehrers Carl Czerny, als Pianist debütiert. Nach einer Professur in Klavierspiel am Konservatorium in St, Petersburg kehrte Teodor Leszetycki 1878 nach Wien zurück. Dort unterrichtete er ab 1888 den elfjährigen Artur Schnabel. Nach einigen Jahren Unterricht ging Artur Schnabel nach Berlin, wo er später Professor an der Musikhochschule wurde. Internationale Beachtung erlangte er durch die Aufführung des Tripelkonzerts C-Dur op.56 von Ludwig van Beethoven mit dem Geiger Karl Klingler, dem Cellisten Arthur Williams und den Berliner Philharmonikern und die Aufführung und Einspielung sämtlicher Sonaten von Beethoven.

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