Das waren unsere Themen bei der #relup Twitter-Probe

Wie fühlt es sich an, wenn man im Orchestergraben sitzt? Was hört und sieht man da? Wie bringt ein Inszenierungsteam das Orchester, die Schauspieler und die eigenen Ideen zusammen?

Das konnten Besucher bei der Twitter-Probe zum Musiktheaterabend „Relâche – Heute keine Vorstellung“ selbst erleben. Vier Perspektiven hatten sich das Theater Heilbronn und das Württembergische Kammerorchester für die Twitterer, Facebooker, Blogger und Instagramer überlegt. Neben dem Orchestergraben konnten einige die Probe von der Seitenbühne aus verfolgen, ein Platz war neben dem Inspizienten geschaffen und weitere im Zuschauerraum beim Inszenierungsteam um Christan Marten-Molnár.

Nahezu gleichgültige Musik

Hinter Erik Saties Musik zum Ballettabend „Relâche“ steht die Idee eine absichtslose Musik zu schaffen, die nicht belehrt, sondern einfach da ist.  


In der Inszenierung in Heilbronn spielen drei Schauspieler zur Musik kleine Alltagsszenen, wie das Aufstehen, die Fahrt zum Büro und die Mittagspause. Die Musik indes soll sich im Hintergrund halten, ja geradezu gleichgültig wirken. Diese Art des Musizierens ist für die Musiker des WKO, das sonst als Konzertorchester im Mittelpunkt steht, eine interessante Herausforderung. Regisseur Christian Marten-Molnár forderte das Orchester mit seiner Anweisung „spielt, so schlecht ihr könnt“ heraus. Eine Äußerung, die die Besucher der Twitter-Probe schnell aufgriffen und kommentierten. Continue reading

FAQ „Twitter-Probe“

Profil des WKO_Twitteraccount

Profil des WKO_Twitteraccount

Gemeinsam mit dem Theater Heilbronn lädt das Württembergische Kammerorchester Heilbronn am 12. April zu einer Twitter-Probe ein. Zu erleben ist eine Bühnenorchester-Probe für die Aufführung „Relâche – Heute keine Vorstellung”. Es ist erst die zweite Probe, in der das Schauspielensemble gemeinsam mit den Orchestermusikern probt.

Wie läuft eine Twitter-Probe ab?

Die Twitter-Probe wird um 9:30 Uhr mit einer Einführung in das Stück eröffnet. Treffpunkt ist das Foyer des Großen Hauses im Theater Heilbronn. Von 10 bis 11 Uhr werden die Teilnehmer dann im Großen Haus die Probe besuchen. Im Anschluss daran gibt es die Gelegenheit zum Nachgespräch in der Theaterkantine.

Während der gesamten Probe darf – und soll – getwittert werden: Eindrücke bei der Probe, eigene Gedanken und auch Fragen an das Inszenierungsteam oder andere Teilnehmer. Dabei dürfen auch Bilder gemacht werden, um möglichst genaue Eindrücke von der Probe auch an andere Twitterer zu vermitteln.

Alle Tweets werden mit dem Hashtag #relup versehen. So lassen sie sich zuordnen und finden und vor allem erscheinen sie auf der Twitterwall. Anhand der Twitterwall können auch Interessierte außerhalb des Theaters die Probe verfolgen und sich mit ihren Tweets einklinken. Continue reading

Relâche – Das Skandalballet in Heilbronn

Foto: WKO

Foto: WKO

Von Erik Satie war das Pariser Publikum 1924 bereits einiges gewohnt. So kamen die Menschen zur Vorstellung ins Théâtre des Champs-Élysées, obwohl auf den Plakaten groß prangte „Relâche“, was im Französischen ungefähr soviel bedeutet wie „Vorstellung fällt aus“. Eigentlich ist „Relâche“ nur der Titel von Saties neuem Ballett, doch bewahrheitete sich die Ankündigung dann tatsächlich: Die Premiere musste ausfallen, da der Choreograf Jean Börlin erkrankt war. Am 4. Dezember jedoch feierte das Ballett „Relâche“ von Francis Picabia mit der Musik von Erik Satie Premiere.

Ein Ballett?

Was das Publikum an diesem Donnerstag zu sehen bekam, hatte jedoch wenig mit Ballett, wie sie es zu sehen gewohnt waren, zu tun. Eröffnet wurde das Ballett von einer Filmprojektion auf den noch geschlossenen Vorhang. Als sich dieser schließlich hebt, ist das Publikum von zahllosen Scheinwerfern geblendet, die in das Publikum gerichtet sind. Nachdem Komponist und Choreograf nach einigen provokanten Sprüchen die Bühne verlassen haben, tritt eine Dame auf. Sie entkleidet sich bis auf den Pyjama und beginnt die Bühne zu betrachten. Später kommt noch ein männlicher Protagonist hinzu und es werden kleine, zusammenhanglose, Alltagsszenen auf der Bühne entwickelt. Nach einer Pause, in der abermals ein Film vorgeführt wird, setzt sich der zweite Akt in gleicher Manier fort. Continue reading