Im Interview: Patrick Burkhardt, Cello

Patrick Burkhardt, Fotostudio M42

Patrick Burkhardt, Fotostudio M42

Wie bist Du zum WKO gekommen?

Ich hatte beim WKO bereits als Aushilfe gespielt, als ich hörte, dass mein Kollege Sergei Drabkin auf 50 % reduzieren würde. Ich bewarb mich um die somit vakante 50%-Stelle, und es hat zum Glück geklappt.

Mit der 50%-Stelle kannst Du sicherlich viele spannende Projekte nebenher machen?

Für mich ist dieser Zustand zurzeit ideal. Ich habe meine 50 Prozent hier und genieße die Vorzüge einer Festanstellung. Über die Gestaltung meiner restlichen Zeit kann ich frei entscheiden. Ich kann in anderen Orchestern spielen, schöne Kammermusikprojekte mit unterschiedlichen Ensembles machen oder auch meinen Hobbys nachgehen. Ich gehe gerne Kitesurfen und da ich das nicht vor der Haustüre machen kann, verbinde ich es gerne mal mit einem Kurzurlaub.

Durch die Einteilung kommt es schon mal vor, dass ich fünf oder sechs Wochen am Stück spiele und danach fünf Wochen frei habe. Wenn ich wiederkomme, heißt es dann scherzhaft: „Wer bist du denn?“ Continue reading

Im Interview: Stefan Schubert, Violine II

Stefan Schubert, Fotostudio M42

Stefan Schubert, Fotostudio M42

Wie bist Du zum WKO gekommen?

Ich komme aus einer Familie von Auto und Flugzeugtechnikern, in der hobbymäßig viel musiziert wurde. Mit meinem Vater, der auch Geige spielt, und meiner Schwester am Klavier habe ich schon als Kind viel Kammermusik gemacht. Bis ich 16 war, fand ich segeln und surfen allerdings wesentlich interessanter als Geige zu üben. Eine neue Geigenlehrerin schaffte es zu guter Letzt doch noch, mich aufs Musikstudium vorzubereiten. Direkt nach dem Studium kam ich ins Württembergische Kammerorchester Heilbronn, welches ich aus Konzerten im Münchner Gasteig bereits gut kannte und schätzte.

Welche Einstellung hatten Deine Eltern zu Deinem Berufswunsch?

Sie haben sich sicher Sorgen gemacht, ob ich das schaffe, mich aber immer nach Kräften unterstützt.

Gibt es eine Musik, die Dich bestärkt hat, Orchestermusiker zu werden?

Ich glaube, bei César Francks Violinsonate hat es mit 17 Jahren Klick gemacht. Ich fand es faszinierend, wie sich meine eigene Gefühlswelt in diesem Werk auf magische Weise widerspiegelte. Continue reading

Im Interview: Aleksandar Maletic, Violine I

Aleksandar Maletic, Foto: Fotostudio M42

Aleksandar Maletic, Foto: Fotostudio M42

In der Reihe “Im Interview” stellen sich hier im Blog die Musiker des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn vor. Heute im Gespräch: Aleksandar Maletic, Violine I und Orchestervorstand

Wie bist Du zum Württembergischen Kammerorchester Heilbronn gekommen?

Die Begegnung mit einem Klavierprofessor aus Deutschland hat mich dazu bewegt, mein Studium in Deutschland fortzusetzen. So kam ich nach meinem abgeschlossenen Studium in Belgrad nach Trossingen an die Musikhochschule. Von Trossingen nach Heilbronn war es dann nicht mehr so weit.

Du bist in Jugoslawien, der heutigen Republik Serbien, geboren und dann nach Deutschland gekommen. Wo fühlst du dich zuhause?

In Heilbronn fühle ich mich zuhause – ganz besonders mit meiner Familie. Meine Wurzeln jedoch bleiben in Serbien, meiner Heimat.

Welchen Stellenwert hat die klassische Musik in der Republik Serbien?

Kultur spielt in Serbien eine große Rolle, vor allem das Theater. Dort war ich auch als Jugendlicher sehr häufig. Während meines Studiums habe ich selber viele Konzerte gespielt. Unter anderem auch bei großen Festivals in Mazedonien, Kroatien und Serbien. Aber die Musik, allgemein die Kultur, leidet natürlich auch in Serbien. Es fehlt auch hier an finanziellen Mitteln. In der Zeitung lese ich mit Freude, dass sich die Musikinstitutionen langsam wieder nach vorne arbeiten und die Zuhörerzahlen steigen. Heute bin ich sozusagen passiver Beobachter aus der Ferne. Continue reading