Kinderkonzert Keloglan und die Tochter des Sultans

Keloglan

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WKO für Schulen: Ein Märchenprojekt für aufgeweckte Zuhörer von vier bis zehn Jahren

Ein Konzertbesuch mit der ganzen Schulklasse ist ein unvergessliches Erlebnis für die jungen Zuhörer des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn. Am 8. und 9. Juli 2014 ist es wieder soweit: Jeweils um 9.30 und um 11 Uhr finden unter dem Titel „Keloglan und die Tochter des Sultans“ vier Kinderkonzerte für Grundschüler im Wilhelm-Maybach-Saal der Festhalle Harmonie statt. Die Teilnahme kostet 4€ pro Schüler, zwei Begleitpersonen pro Schulklasse sind frei. Für die 11 Uhr-Vorstellungen gibt es noch Tickets. Continue reading

„Spielen Sie meine Werke“ – Die Geschichte einer kreativen Freundschaft

Margarita Höhenrieder, Jörg Faerber, Guy Touvron und Tonmeister  Bernhard Hankehören sich die Einspielung des Doppelkonzertes für Klavier und Trompete von Harald Genzmer an.

Margarita Höhenrieder, Jörg Faerber, Guy Touvron und Tonmeister Bernhard Hankehören sich die Einspielung des Doppelkonzertes für Klavier und Trompete von Harald Genzmer an.

Als die Pianistin Margarita Höhenrieder den Komponisten Harald Genzmer kurz vor seinem Tod besuchte, verband die beiden bereits eine jahrelange Freundschaft. Während dieser letzten Begegnung fragte sie den Komponisten, ob sie etwas für ihn tun könne. Er antwortete einfach: „Spielen Sie meine Werke!“ Harald Genzmer starb 2007. Im Jahr 2008 fand die Uraufführung seines letzten Werkes „Wie ein Traum am Rande der Unendlichkeit“, eine Fantasie des Abschieds, in der Accademia Nazionale di Santa Cecilia statt, eingespielt von Margarita Höhenrieder und Emmanuel Pahud. Genzmer widmete der Pianistin dieses letzte große Werk, die Originalpartitur ist in ihrem Besitz. Continue reading

Dominique Horwitz über Igor Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“

Dominique Horwitz, Foto: Ralf Brinkhoff

Dominique Horwitz, Foto: Ralf Brinkhoff

Wann haben Sie zum ersten Mal Igor Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ gehört?

Vor etwas mehr als zehn Jahren. Der Mitteldeutsche Rundfunk hatte mich deswegen angefragt und seitdem verfolgt mich musikalisch der Dreibeinige.

Welche Wirkung hat das Werk auf Sie?

Eine bombastische. Die Unausweichlichkeit der Katastrophe, die Zeit und die Ereignisse die auf der Bühne bewusst komprimiert werden, das ist es, was dieses Werk so modern und unsterblich macht.

Neben dem Erzähler lesen Sie ja auch Soldat und Teufel. Wie schaffen Sie es die Rollen so schnell zu wechseln?

Kunst, vor allem Musik, hat viel mit Rhythmus zu tun. Für einen Schauspieler ist es zuweilen ein Vorteil, etwas musikalisch zu sein.

Wird die Darstellung eines solchen Themas einfacher, wenn die Musik hinzukommt?

Das ganze Leben wird einfacher, wenn die Musik hinzukommt.

Hilft es dabei nicht nur Schauspieler, sondern auch Sänger zu sein?

Bei der Geschichte vom Soldaten ist es wie mit den meisten Aufgaben im Leben. Sie meistern sie besser mit Partnern, Freunden oder Kollegen. Wenn der Schauspieler auf der Bühne gleichsam Teil des Orchesters ist, denkt keiner mehr über Abgrenzungen und Schubladen nach. Und das macht das Leben spannend.

Warum lohnt es sich Igor Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ live zu erleben?

Es ist ein großes Thema, jeder sollte darüber nachdenken, was es heißt, seine Seele zu verkaufen. Es ist großes Theater, es ist große Musik. Und es ist zugleich große Unterhaltung.

Dominique Horwitz ist im Konzert am 25. Juni in der Heilbronner Harmonie mit dem Württembergischen Kammerorchester zu hören.

Im Interview: Satoko Koike, Stimmführerin Violine II

Satoko Koike, Fotostudio M42

Satoko Koike, Fotostudio M42

Du bist erst seit Februar im WKO. Hast Du Dich hier schnell eingelebt?

Ich kannte das Orchester bereits zuvor, da ich schon oft als Aushilfe gespielt habe. Deswegen war es für mich sehr angenehm und einfach anzufangen.

Wie bist Du zur Violine gekommen und was hat Dich nach Deutschland gezogen?

In Japan ist klassische Musik sehr beliebt. Als ich fünf Jahre alt war, hat mich meine Mutter zum Geigenrecital mitgenommen und da habe ich gesagt: „Dieses Instrument möchte ich spielen“. Ich habe in Japan studiert und hatte eigentlich nicht vor, nach Deutschland zu kommen. Aber bei einem Meisterkurs in Italien hat mir der Lehrer gesagt, dass ich unbedingt nach Deutschland gehen müsse, da meine Art des Musizierens dorthin passt.

Du hast auch in Sinfonieorchestern gespielt. Was ist das Besondere am Kammerorchester?

Ich liebe beides. Das Repertoire bei einem Sinfonieorchester ist sehr groß, und weil es so viele Instrumenten gibt, kann man manchmal eigene Töne nicht hören. Beim Kammerorchester ist das ganz anders: Hier geht es um jeden einzelnen Musiker und man hört jeden Ton.
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Das waren unsere Themen bei der #relup Twitter-Probe

Wie fühlt es sich an, wenn man im Orchestergraben sitzt? Was hört und sieht man da? Wie bringt ein Inszenierungsteam das Orchester, die Schauspieler und die eigenen Ideen zusammen?

Das konnten Besucher bei der Twitter-Probe zum Musiktheaterabend „Relâche – Heute keine Vorstellung“ selbst erleben. Vier Perspektiven hatten sich das Theater Heilbronn und das Württembergische Kammerorchester für die Twitterer, Facebooker, Blogger und Instagramer überlegt. Neben dem Orchestergraben konnten einige die Probe von der Seitenbühne aus verfolgen, ein Platz war neben dem Inspizienten geschaffen und weitere im Zuschauerraum beim Inszenierungsteam um Christan Marten-Molnár.

Nahezu gleichgültige Musik

Hinter Erik Saties Musik zum Ballettabend „Relâche“ steht die Idee eine absichtslose Musik zu schaffen, die nicht belehrt, sondern einfach da ist.  


In der Inszenierung in Heilbronn spielen drei Schauspieler zur Musik kleine Alltagsszenen, wie das Aufstehen, die Fahrt zum Büro und die Mittagspause. Die Musik indes soll sich im Hintergrund halten, ja geradezu gleichgültig wirken. Diese Art des Musizierens ist für die Musiker des WKO, das sonst als Konzertorchester im Mittelpunkt steht, eine interessante Herausforderung. Regisseur Christian Marten-Molnár forderte das Orchester mit seiner Anweisung „spielt, so schlecht ihr könnt“ heraus. Eine Äußerung, die die Besucher der Twitter-Probe schnell aufgriffen und kommentierten. Continue reading

Erik Satie “Vexations” – Eine ernste Sache

Erik Satie "Vexations", Bild: Wikimedia Sonia y natalia (CC BY-SA 3.0 DE)

Erik Satie “Vexations”, Bild: Wikimedia Sonia y natalia (CC BY-SA 3.0 DE)

„Vexations“ heißt auf deutsch in etwa Quälereien. Eric Satie verfasst das Stück 1893: drei Notensysteme auf einer Druckseite, mehr nicht. Es handelt sich um Variationen über ein Bassthema; Brahms, der das Stück noch hätte kennen lernen können, hätte daraus vielleicht eine Passacaglia gemacht. Aber für Brahms ist Saties kleines Bassthema harmonisch zu unbestimmt. Man hört es als eine fünftönige Melodie mit zwei Varianten. Die erste Variante scheint, nachdem die ersten fünf Töne sich verschlängelt haben, in c-moll zu stehen, während die zweite eindeutig in E-Dur endet. Wenn sich aber die Variationen über dieses Bassthema erheben, sind derlei Fragen wie weggewischt: Auf dem Thema türmen sich ausschließlich Akkorde aus kleinen Terzen. Diese steuern auf keine Tonart zu, schweben frei jeder Gravitation, wollen nirgendwo hin, wollen nichts. Continue reading

Willkommen

Das WKO Heilbronn mit seinem Dirigenten Ruben Gazarian  | Foto: Fotostudio M42, Katja Zern & Thomas Frank

Das WKO Heilbronn mit seinem Dirigenten Ruben Gazarian
Foto: Fotostudio M42, Katja Zern & Thomas Frank

Herzlich willkommen beim Blog des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn, das wir in der Folge liebevoll und zeitsparend mit „WKO“ abkürzen wollen. Auf dieser Site erfahren Sie künftig all das, was rund um das WKO geschieht: Nachrichten aus dem vollen Terminkalender des Orchesters, Impressionen von den Tourneen, bemerkenswerte Sätze (oder eigenartige Stilblüten) aus der Presse, Neuigkeiten aus der Musikwelt, vor allem wenn sie „unsere“ Solisten betreffen, Aktivitäten der WKO-Musiker und und und. Im Blog erfahren Sie’s genau – Facebook und Twitter werden Sie entsprechend anstubsen, wenn’s was Neues gibt. Wir hoffen, dass es sich für Sie lohnt, unsere Social-Media-Profile zu verfolgen, dass Sie sich informiert und immer wieder gut unterhalten fühlen. Und dass Ihnen die Filme gefallen, die wir auf YouTube veröffentlichen, allen voran der energiegeladene Mitschnitt eines Konzertes mit Margarita Höhenrieder, bei dem das WKO Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 op. 15 gespielt hat.

Seit über 50 Jahren

Falls Ihnen das WKO noch nicht über den Weg gelaufen ist: Das WKO gibt es seit über 50 Jahren, es wurde 1960 von Jörg Faerber gegründet und geht seither und bis heute mit den besten und spannendsten Musikern der Klassikszene auf Tournee: damals Anne-Sofie Mutter, Alfred Brendel, Martha Argerich, heute u. a. Frank Peter Zimmermann, Rudolf Buchbinder, Vesselina Kasarova.

Sein Standbein hat das WKO von Anbeginn an in Heilbronn, wo es zehn Abonnementkonzerte mit einem festen und treuen Abonnentenstamm betreibt, zahlreiche weitere Konzerte spielt und Projekte für Kinder sowie für Musikfans mit Zuwanderungsgeschichte durchführt. Seit 2002 wird das WKO von dem aus Armenien stammenden Dirigenten Ruben Gazarian geleitet, der das traditionell auf Barock und Klassik zentrierte Programm des Orchesters in die Romantik und Moderne ausgeweitet hat.

Was finden Sie in unserem Blog?

Unsere Posts verteilen wir ungerecht aber leidenschaftlich unter folgenden Kapitelüberschriften:

  • WKO Info: Informationen zum WKO, vor allem zum Konzertprogramm.
  • WKO Talk: Interviews mit Dirigenten und Solisten, als Youtube-Video oder im Blog zum Nachlesen.
  • WKO Backstage: Blick hinter die Kulissen, Kurzinterviews mit den Musikern, Neues aus dem Orchesterbüro.
  • WKO On Tour: Tourneen, Gastspiele, Festivals – unsere Blog-Leser sind mit dabei.
  • WKO Special: Unter dieser Kategorie veröffentlichen wir alles, was mit Beethoven und unserem „Artist in Blog Residence“ zu tun hat.

Ja, Sie haben richtig gelesen: Andere Orchester oder Festivals haben einen Artist in Residence, wir haben einen „Artist in Blog Residence“. Was es damit genau auf sich hat, erfahren Sie in Kürze. Bleiben Sie dran!

Last but not least: Wer schreibt in unserem Blog?

  •  Johannes Pfeffer, Student an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg im Studiengang Kulturwissenschaft und Kulturmanagement.
  •  Judith Heinrich, verantwortlich für Marketing und PR beim WKO.
  •  Christoph Becher, Geschäftsführender Intendant des WKO.
  •  fallweise: Musikerinnen, Musiker und Chefdirigent des WKO sowie Gastautoren.

Genug der Vorrede. Wir freuen uns, wenn Sie regelmäßig das Blog besuchen, wenn wir Sie für die Arbeit des WKO interessieren können und wenn wir Sie auf unsere Reise durch die Klassikbranche mitnehmen dürfen.