Artist in Blog Residence – Neu in der Social Media Welt


„Artist in Residence“ ist mittlerweile eine bekannte und etablierte Einrichtung in vielen Kulturinstitutionen. In einem Blog hingegen ist sie neu. Seit Februar diesen Jahres ist Margarita Höhenrieder „Artist in Blog Residence“ des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn und somit die erste Künstlerin, überhaupt, die diesen Titel trägt. Höchste Zeit also, dieses Novum der Blog-Geschichte einmal genauer zu betrachten.

Artist in Residence

„Unter Artist in Residence sind Programme zu verstehen, die es Künstlern unterschiedlicher Fachrichtungen erlauben, ihre kreativen Tätigkeiten ohne unmittelbaren Einsatz eigener finanzieller Mittel auch außerhalb ihres Kulturkreises auszuüben“ sagt Wikipedia.

Mittlerweile bezeichnet der Begriff jedoch auch Künstler, die über einen begrenzten Zeitraum, z.B. eine Spielzeit, eng mit einer Kulturinstitution zusammenarbeiten. Der Begriff ist in der Musik vor allem bei Festivals geläufig. So ist Fazıl Say dieses Jahr mit dem Bodenseefestival verbunden, der Klarinettist Jörg Widmann mit dem Rheingau Musik Festival und Patricia Kopatchinskaja mit dem Beethovenfest Bonn. Das Kurt Weill Fest in Dessau hat mit Antony Hermus und der Anhaltischen Philharmonie gleich ein „Orchester in Residence“. Jedoch unterhalten auch die Städte München, Frankfurt/Mai und andere „Artist in Residence“-Programme. Continue reading

Interview mit der Pianistin Margarita Höhenrieder zu Beethovens Todestag

Ein Teil des Heiligenstädter Testament in welchem Ludwig van Beethoven seine Verzweiflung über die fortschreitende Ertaubung und den nahe geglaubten Tod ausdrückt, Wikimedia Commons

Ein Teil des Heiligenstädter Testaments in welchem Ludwig van Beethoven seine Verzweiflung über die fortschreitende Ertaubung und den nahe geglaubten Tod ausdrückt, Wikimedia Commons

Anlässlich des 187. Todestages von Ludwig van Beethoven am heutigen 26. März sprachen wir mit Margarita Höhenrieder über seine Wirkung.

Welches Werk von Beethoven haben Sie zuletzt gespielt?

Das Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott in Es Dur,op.16, ein wunderbares Jugendwerk von Beethoven, es wurde wahrscheinlich 1796/97 komponiert.

Vor kurzem haben wir im Blog ihre künstlerbiografische Verbindung zu Ludwig van Beethoven vorgestellt. Was bedeutet Ihnen diese Verbindung?

Für mich sind Authentizität und Tradition grundsächlich sehr wichtig und durch diese Verbindung zu Beethoven als seine “Urururenkelschülerin” finde ich vielleicht überzeugende Antworten auf manche interpretatorische Fragen in seinen Werken.

Beethoven war ein ein ganz herausragender Pianist und Improvisator. Seine Klavierkompositionen – vor allem die Sonaten, Variationen und Klavierkonzerte – sind auf der emotionalen, intellektuellen und auch rein pianistischen Ebene eine einzigartige Herausforderung für jeden Pianisten. Man muss nicht nur der geistigen Dimension der Komposition gerecht werden, sondern immer auch den Vergleich mit der großen Zahl begnadeter Pianistinnen und Pianisten in Vergangenheit und Gegenwart bestehen. Continue reading

Margarita Höhenrieder und die Wiener Symphoniker mit Werken von Mozart bis Chopin

CD Cover, Foto: Solo Musica

CD Cover, Foto: Solo Musica

Beim Münchner Label Solo Musica ist eine neue CD der Pianistin Margarita Höhenrieder erschienen. Ihre Veröffentlichungen werden in Fachkreisen hoch geschätzt. Margarita Höhenrieder stellt in der aktuellen Aufnahme drei große Klavierwerke nebeneinander, die eine deutliche künstlerische Verwandtschaft eingehen. Mozarts Klavierkonzert Nr. 23 in A-Dur ist eines der populärsten und am meisten aufgeführten Konzerte des Salzburger Wunderknaben. Auf seine Oper „Don Giovanni“ beziehen sich die Variationen op. 2 „La ci darem la mano“ in B-Dur von Frédéric Chopin, welche Robert Schumann in seiner „Allgemeinen Musikalischen Zeitung“ begeistert rezensierte. Von Schumann stammt dann auch das zweite große Klavierkonzert auf der CD: das Klavierkonzert op. 54 in A-Moll.

Harmonisches Zusammenspiel durch alle Tempi

Margarita Höhenrieder wird auf ihrer neuesten CD von den Wiener Symphonikern unter der Leitung ihres Chefdirigenten Fabio Luisi begleitet. Fabio Luisi, designierter Nachfolger von James Levine an der New Yorker Met, führt die Wiener Symphoniker als einfühlsame Begleiter der Pianistin. Das harmonische Zusammenspiel zeigt sich von Anfang an bei Mozart – besonders im wunderbar melancholischen zweiten Satz. Dass dieses auch in schnellere Tempi mitgetragen wird, machen Margarita Höhenrieder und die Wiener Symphoniker im Finale deutlich.

Lebendiger Dialog der Künstler Continue reading

Die Spur führt zu Beethoven – Margarita Höhenrieder, Artist in Blog Residence

Skulptur Ludwig van Beethoven, Lilo Kapp  / pixelio.de

Skulptur Ludwig van Beethoven, Lilo Kapp / pixelio.de

Am 11. Februar 1812 wurde Ludwig van Beethovens 5. Klavierkonzert op. 73 in Es-Dur erstmals in Wien aufgeführt. Am Flügel saß Carl Czerny. Dieser war Sohn des Pianisten Wenzel Czerny und selbst überaus begabt. Bereits mit 15 Jahren war er ein gesuchter Klavierlehrer. Zuvor, von 1801 bis 1803, war er selbst ein Schüler des erfolgreichen Komponisten Ludwig van Beethoven.

An dem Zusammentreffen dieser beiden Musiker kann man eine gerade Linie musikalischer Lehrtätigkeit verfolgen, welche bis zu unserem Artist in Blog Residence, der Pianistin Margarita Höhenrieder, führt.

Von Beethoven zu Artur Schnabel

Denn der Beethoven-Schüler Carl Czerny wurde selbst ein gefragter Komponist, Musikpädagoge und Pianist. Carl Czerny unterrichtete ab 1841 in Wien den jungen Pianisten Teodor Leszetycki. Dieser hatte bereits mit elf Jahren in Lemberg, mit einem Konzert seines späteren Lehrers Carl Czerny, als Pianist debütiert. Nach einer Professur in Klavierspiel am Konservatorium in St, Petersburg kehrte Teodor Leszetycki 1878 nach Wien zurück. Dort unterrichtete er ab 1888 den elfjährigen Artur Schnabel. Nach einigen Jahren Unterricht ging Artur Schnabel nach Berlin, wo er später Professor an der Musikhochschule wurde. Internationale Beachtung erlangte er durch die Aufführung des Tripelkonzerts C-Dur op.56 von Ludwig van Beethoven mit dem Geiger Karl Klingler, dem Cellisten Arthur Williams und den Berliner Philharmonikern und die Aufführung und Einspielung sämtlicher Sonaten von Beethoven.

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Artist in Blog Residence: Die Pianistin Margarita Höhenrieder

Margarita Höhenrieder, Foto: Mat Hennek

Margarita Höhenrieder, Foto: Mat Hennek

„Eine Pianistin, deren Werdegang beachtlich ist“, so schreibt Klassik.com über unseren Artist in Blog Residence. Margarita Höhenrieder ist der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt, wird jedoch in Fachkreisen sehr geschätzt. Die Dirigenten Claudio Abbado, Lorin Maazel, James Levine, Riccardo Chailly, Fabio Luisi und viele namhafte Orchester wie das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Münchner Philharmoniker, das New York Philharmonic,die Sächsische Staatskapelle Dresden, das Gewandhausorchester Leipzig, das Mozarteum Orchester Salzburg, das Mahler Chamber Orchestra laden Margarita Höhenrieder wiederholt zu gemeinsamen Konzerten ein.

Das Klavierspiel liegt der Preisträgerin vieler internationaler Klavierwettbewerbe seit ihrer Kindheit im Blut. Mit elf Jahren gibt sie ihren ersten Klavierabend. Sie studiert bei Anna Stadler und Ludwig Hoffmann in München und später beim legendären amerikanischen Pianisten Leon Fleisher in Baltimore. Wesentliche künstlerische Impulse verdankt sie auch der Freundschaft und Zusammenarbeit mit Alfred Brendel. Continue reading