Konzert und Aufnahme im Doppelpack

Felix Klieser und das Württembergische Kammerorchester spielen eine CD mit Hornkonzerten von Joseph und Michael Haydn sowie Fragmenten eines Hornkonzertes von Wolfgang Amadeus Mozart ein.

Beim CD-Debüt von Felix Klieser stand die Romantik im Mittelpunkt: Gemeinsam mit dem Pianisten Christof Keymer hatte er 2013 Werke von Rheinberger, Glière, Glasunow, Schumann, Saint-Saëns und Strauss eingespielt. „Die neue CD sollte auf jeden Fall eine andere musikalische Epoche zum Thema haben“, so Felix Klieser. Die Wahl fiel auf die Klassik. „Da ich für die Hornkonzerte von Mozart noch zu jung bin, entschied ich mich für Haydn, dessen Werke ich gut kenne und sehr gern spiele“. Hinzu trat ein Hornkonzert von Michael Haydn, das Klieser bereits auf einem Festival in Österreich zu Gehör gebracht hatte. Doch irgendetwas von Wolfgang Amadeus Mozart muss in einem klassischen Programm doch zu hören sein. Auf der Suche stieß der junge Hornist auf Fragmente des Konzertes für Horn und Orchester KV 370b und 371, die das Programm wunderbar ergänzen.

Reveries

Nun galt es das passende Orchester zu finden. Gemeinsam mit seinem Label „Berlin Classics“, das die CD-Einspielung produzieren wird, begab sich Klieser auf die Suche. „Ein Kammerorchester sollte es sein, das war klar. Wir haben verschiedene betrachtet, sind dann aber ziemlich schnell beim WKO gelandet“. Bereits die CD „Opera!“, die das WKO gemeinsam mit der Klarinettistin Sharon Kam 2013 eingespielt hatte, war bei „Berlin Classics“ erschienen. „Das war eine sehr professionelle und fruchtbare Zusammenarbeit, so dass uns die Entscheidung sehr leicht gefallen ist und die Freude über die Zusage des WKO groß war“, erzählt Bernd Kussin, Produkt Manager des Labels, der die Zusammenarbeit von Orchester und Solist initiiert hat.

Ein gemeinsames Konzert am 22. November in Neuenstadt ist der Startschuss für die Zusammenarbeit. In der daran anschließenden Woche steht die Einspielung auf dem Programm. WKO-Chefdirigent Ruben Gazarian und Felix Klieser haben sich in einem langen Telefonat bereits über die Reihenfolge und verschiedene weitere organisatorische Fragen verständigt. Musikalisch lernen sich Solist, Dirigent und Orchester zu den Proben, zwei Tage vor dem Konzert kennen. Wenig Zeit, um sich mit einander bekannt zu machen, doch schon fast ausgiebig im Vergleich zur Praxis anderer Orchester. Es ist immer wieder erstaunlich, welch große Vertrautheit aus so kurzer Probenzeit entsteht, in der sich völlig fremde Menschen musikalisch zusammenfinden. „Das ist der Job“, sagt Felix Klieser dazu schlicht und lacht.

Präsentation der Spielzeit 2014/15

Titel Saisonbroschüre 2014/15. Foto: WKO

Titel Saisonbroschüre 2014/15. Foto: WKO

In einer Pressekonferenz hat das Württembergische Kammerorchester Heilbronn heute das Programm für die kommende Spielzeit 2014/15 vorgestellt.

Musik von Franz Schubert und Dmitri Schostakowitsch eröffnet die Reihe der Heilbronner Konzerte in der Festhalle Harmonie. In Georg Oyens Bearbeitung für Streichorchester erklingt Franz Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ im 1. Heilbronner Konzert am 24. September 2014. Hinzu tritt Schostakowitschs Sinfonie Nr. 14, in deren Gesangparts die Sopranistin Elena Zhidkova sowie der Bass Andreas Hörl zu hören sind.

Seit seinem Debütkonzert in der Hamburger Laeiszhalle führten Sebastian Knauer Konzerttourneen durch Europa, die USA, Südamerika und Asien. Zum 2. Heilbronner Konzert am 15. Oktober und zum 1. Ulmer Konzert am 16. Oktober 2014 ist er mit Mozarts Klavierkonzert B-Dur KV 595 Gast des WKO. Johann Sebastian Bachs Brandenburgische Konzerte stehen neben der Uraufführung von Jörn Arneckes Werk „Gegen-Sätze“ auf dem Programm des 3. Heilbronner Konzertes mit der Oboistin Céline Moinet am 5. November 2014.

Olga Scheps

Die russische Pianistin Olga Scheps kommt sodann mit Chopins Klavierkonzert Nr. 2, das sie spielt, als habe der Komponist es für sie und nicht sich selbst geschrieben, zum 4. Heilbronner Konzert am 10. Dezember 2014 in die Heilbronner Harmonie und am 11. Dezember ins Ulmer Kornhaus. Bereits in der Saison 2012/13 freuten sich die Musiker des WKO auf den Klaviervirtuosen Rudolf Buchbinder, dessen jahrzehntelange Karriere in den letzten Jahren noch einmal in schwindelerregende Höhen kletterte. Nun wird er beim 5. Heilbronner Konzert am 21. Januar 2015 das Kammerorchester vom Klavier aus leiten. Auf dem Programm stehen die drei großen Klassiker Haydn, Mozart und Beethoven. Continue reading

Spaziergang zu den Maimusik-Spielstätten mit dem Solistenensemble Kaleidoskop

Schießhaus Heilbronn, Foto: WKO

Schießhaus Heilbronn, Foto: WKO

Kammermusik-Konzerte an ungewöhnlichen Orten: das hat sich das WKO-Festival „Maimusik Heilbronn“ auf die Fahnen geschrieben. Vor wenigen Tagen haben wir in unserem ersten Stadtspaziergang die Open Air Spielstätten besucht. Heute führt uns unser Weg zu den Konzertorten, an denen das Solistenensemble Kaleidoskop auftritt. Dazu haben wir uns in der Nähe des Bahnhofs in die Frankfurter Straße begeben.

Von der Straße herab senkt sich der Weg leicht in den grünen Garten hinein. Wir blicken auf ein imposantes, gelb-weißes Gebäude im Rokokostil. Das Schießhaus hat seinen Namen wegen der ursprünglichen Verwendung als Schützenhaus. Das Gebäude wurde 1770/71 erbaut und diente seitdem den unterschiedlichsten Zwecken; unter anderem fanden dort Versteigerungen beim berühmten Heilbronner Pferdemarkt statt. Im Obergeschoss betreten wir den denkmalgeschützten Rokokosaal. Im blankgeputzten Holzboden spiegeln sich die beeindruckenden weißen Stuckaturen der Decke.

Ursprünge des Streichquartetts

In der wunderbaren Akustik dieses Saals ist im Rahmen der „Maimusik“ am 22. Mai das Solistenensemble „Kaleidoskop“ zu hören. Das Ensemble ist in den vergangenen Jahren durch außergewöhnliche Konzert- und Vermittlungsprojekte aufgefallen. In ihrem Konzert in Heilbronn stellen die Musiker die zwei Urväter des Streichquartetts, Luigi Boccherini und Joseph Haydn, gegenüber. Im selben Jahrzehnt, in dem das Schießhaus erbaut wurde, schufen Boccerini und Haydn beide ihre ersten Streichquartette – Haydn im Hause Esterházy, Boccherini in Mailand. Mit der Entwicklung der Streichquartette markieren sie das Ende des Barock. Wo sich dieses hinbewegen kann, zeigt die Begegnung mit Terry Rileys 1980 entstandenem Streichquartett “Sunrise of the Planetary Dream Collector für Quartett” im gleichen Konzert. Continue reading

Gemeinsam musizieren für den guten Ton in der Nachwuchsförderung

Adriana Schubert, Cello-Solistin in Patenkonzert, Foto: WKO

Adriana Schubert, Cello-Solistin in Patenkonzert, Foto: Schubert, WKO

Die Nachwuchsförderung liegt dem Württembergische Kammerorchester Heilbronn am Herzen. Für jede Altersklasse bietet WKO Kopfhörer Erfahrungen mit klassischer Musik. Besondere Bedeutung hat dabei auch die Förderung des aktiven Musizierens junger Nachwuchstalente.

Im Jahr 2008 übernahm das WKO unter der Leitung von Ruben Gazarian eine Patenschaft für das Junge Kammerorchester Stuttgart (JuKO). Diese ist Teil der Initiative „tutti pro“ der Deutschen Orchestervereinigung mit der Jeunesses Musicales Deutschland und dem Verband deutscher Musikschulen.

Gemeinsam an den Pulten

Im Rahmen der Patenschaft zwischen dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und dem Jungen Kammerorchester Stuttgart findet am 28. Februar in der Liederhalle Stuttgart ein Konzert statt. Dabei werden beide Orchester gemeinsam auf der Bühne sein, so dass immer ein Nachwuchsmusiker neben einem Profimusiker sitzen wird. Auch das Dirigentenpult teilen sich WKO-Chefdirigent Ruben Gazarian und JuKo-Dirigent Alexander G. Adiarte. Als Solistin wird im Konzert ein Nachwuchstalent zu hören sein. Adriana Schubert ist 1998 geboren und bereits mehrfache Preisträgerin beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Sie ist die Tochter von Stefan Schubert, welcher im Württembergischen Kammerorchester in der zweiten Geige spielt. Sie wird im Konzert den Solopart in Joseph Haydns Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur übernehmen. Continue reading