Im Interview: Jun Hee An, Violine I

Jun Hee An mit Mister, Foto: M42

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Wann wusstest Du, dass Du Violine studieren möchtest?

Ich habe mit 8 Jahren begonnen Geige zu spielen, mit 13 folgte das Studium. Das ist für Südkorea sehr spät. Viele Kinder fangen mit 4 oder 5 Jahren an zu spielen und studieren mit acht Jahren bei einem Professor. Mit 14 Jahren ging ich für zwei Jahre zum Studium nach Amerika. Damals habe ich zum ersten Mal in einem Orchester gespielt und mir gewünscht dies immer tun zu können.

Wolltest Du gleich in einem Kammerorchester spielen?

Nein. Ich habe zuvor immer in großen Orchestern gespielt. Aber dann hat es mit dem Probespiel hier geklappt. Hier ist jeder Solist und muss ganz genau zuhören. Im großen Orchester kann man schon mal unter den vielen Geigen verschwinden. Ich finde es viel schöner im Kammerorchester ‒ hier ist jeder Einzelne wichtig.

Warum hast Du Dich damals entschieden nach Amerika und dann nach Deutschland zu gehen?

In Korea gab es eine Mittelschule für Kunst, für die man eine Aufnahmeprüfung machen musste. Da ich diese nicht bestanden habe, sollte ich auf eine normale Schule gehen. Meine Eltern aber wollten, dass ich Musik studiere.In Amerika waren meine Chancen viel besser. Tatsächlich habe ich dort die Aufnahmeprüfung bestanden. Nach zwei Jahren bin ich nach Korea zurückgekehrt und habe dort weiterstudiert. Ich wusste gar nicht, dass man in Europa studieren kann, aber ich lernte viele Freunde kennen, die in Deutschland studiert haben. So entschied ich mich ebenfalls dorthin zu gehen.

Findet man sich in Deutschland schnell zurecht?

Nein, ich sprach überhaupt kein deutsch. Ich besuchte einen dreimonatigen Sprachkurs, aber mit den Leuten „draußen“ ist es trotzdem ganz anders. Meine Freunde und Professoren an der Hochschule haben mir sehr geholfen deutsch zu lernen. Ich habe in Hamburg studiert und in Kiel gearbeitet, da habe ich keinen Dialekt kennengelernt. Als ich dann nach Heilbronn kam, habe ich 90 % nicht verstanden, es ist wie eine andere Sprache. Jetzt habe ich mich langsam daran gewöhnt.

Gibt es eine Musik, die Du am liebsten spielst?

Das kann ich noch nicht sagen, weil für mich vieles neu ist. Aber ich habe sehr viel Spaß dabei so viel Neues zu lernen.

Hast du einen Lieblingskonzertsaal?

Ich finde das Kornhaus in Ulm sehr schön und in London mochte ich die Cadogan Hall sehr.

Ist das Heilbronner Publikum anders als das Kieler oder Hamburger?

Das Publikum in Heilbronn ist sehr interessiert und informiert. Sie wissen genau, was gut ist.

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