Himmlische Klänge aus einem zerbrechlichen Instrument

Foto: Glasduo

Foto: Glasduo

Beim diesjährigen CHILL OUT Konzert der Reihe „redblue meets Klassik“präsentiert das Württembergische Kammerorchester Heilbronn ein außergewöhnliches Instrument: Die derzeit größte professionell gespielte Glasharfe der Welt. Aber was genau ist eigentlich eine Glasharfe?

Die Glasharfe besteht aus mehreren, in Reihen angeordneten, Trinkgläsern mit Stiel. Anders als bei Klangversuchen in Rotweinlaune zuhause werden professionelle Glasharfen nicht mit Wasser gefüllt. Die Gläser sind durch ihre Größe und ihren Schliff bereits gestimmt, so dass auf eine aufwendige Stimmung des Instrumentes durch Einfüllen von unterschiedlichen Flüssigkeitsmengen verzichtet werden kann. Am 5. April kommen so 57 feingeschliffene Gläser, die ein Spiel über fast fünf Oktaven ermöglichen zum Einsatz.

Vom Experiment zur Profession

Die große Glasharfe ist bereits das vierte Instrument, welches Anna und Arkadiusz Szafraniec aus Danzig in Polen gebaut haben. Seit 1998 spielen sie das außergewöhnliche Instrument. Kennengelernt haben sie sich als Violinistin und Trompeter in der Baltischen Philharmonie. Das Spiel auf der Glasharfe entstand aus Freude an der Improvisation und dem Experimentieren mit Klängen. Anna und Arkadiusz verfeinerten ihre Technik, spielten auf Konzerten und Festivals und merkten dabei, dass die Glasharfe für sie zur Profession werden könnte. Nachdem sie auch einen Weg gefunden hatten, das zerbrechliche Instrument zu transportieren, ja sogar im Flugzeug mitzunehmen, sind sie nun international als „GlassDuo“ unterwegs.

Sphärische Klangvielfalt

Der Klang der Glasharfe ruft, ebenso wie der der ihr verwandten Glasharmonika, seit jeher die Erinnerung an etwas Himmlisches hervor. Ihr schwebender und dennoch klarer Klang kommt scheinbar aus dem Nichts und hat etwas Geisterhaftes. Die Glasharfe bietet darüber hinaus eine unerwartete Dynamik. Den Klangeffekt setzten Komponisten bewusst als Symbol für Zwischenweltliches und Himmlisches ein, wie Richard Strauss im Finale seiner Oper „Die Frau ohne Schatten“. Auch Pjotr Iljitsch Tschaikowski dachte bei der Komposition seines „Tanz der Zuckerfee“ zuerst an den Einsatz der Glasharmonika, verwendete dann aber doch die Celesta. Und sogar Wolfgang Amadeus Mozart schrieb für die Glasharmonika. Sein letztes Kammermusikwerk Adagio und Rondo c-Moll KV 617 widmete er der Glasharmonika-Virtuosin Marianne Kirchgäßner.

Die beiden zuletzt genannten Werke werden auch im Konzert am 5. April im Veranstaltungscenter redblue in Heilbronn zu hören sein. Daneben auch bekannte Werke, wie Antonin Dvořáks „Slawischer Tanz Nr. 7“ oder Astor Piazzollas „Adios Nonino“ mit neuen Klängen. Im zweiten Teil des Konzerts wird auch die Eigenkomposition „Songuera“ des GlassDuos zu hören sein.

Posted in WKO Info and tagged , , , , , , , , , , .

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>