Bildergalerie vom Maimusik Open Air

200. Jubiläum der Kammermusikreihe in der Kreissparkasse

Glaspyramide der Kreissparkasse Heilbronn, Fotostudio M42_Thomas Frank

Glaspyramide der Kreissparkasse Heilbronn, Fotostudio M42_Thomas Frank

Sie hat zwei Umbauten ihres Konzertsaales, drei Hausherren und zwei Chefdirigenten erlebt: Am 27. Mai 2014 feiern die Kreissparkasse Heilbronn und das Württembergische Kammerorchester das 200. Konzert ihrer gemeinsamen Kammermusikreihe.

Als im Winter 1990 die Idee entstand eine Kammermusikreihe ins Leben zu rufen, hatten nur wenige mit einer solch langen Kontinuität gerechnet. Georg Oyen, künstlerischer Koordinator der Reihe, Cellist im WKO und großer Kammermusikliebhaber, war stets davon überzeugt. und der Erfolg gibt ihm recht: Bereits zum ersten Konzert am 19. März 1991 kamen rund 250 Besucher. Der Zuspruch ist bis heute ungebrochen und die Heilbronner erweisen sich als wahre Kammermusikfreunde

624 Werke Kammermusik – ein kleine Statistik

Über die vergangenen 13 Jahre hat sich die Kammermusikreihe zu einer der erfolgreichsten ihrer Art in Deutschland entwickelt. 196 Musiker haben die Kammermusikkonzerte bestritten, viele, die als Gäste der WKO-Musiker mitwirkten kamen regelmäßig wieder. Den größten Teil der 937 Einzelengagements stellten dabei die Musiker des WKO. Gemeinsam haben sie 624 unterschiedliche Kammermusikwerke aufgeführt. Dabei reicht die stilistische Bandbreite vom Barock bis hin zu Gegenwart. Auch fünf Uraufführungen waren in der Kammermusikreihe zu hören. Continue reading

Innige Klaviermusik in der Abschlussmatinée der Maimusik

Kit Armstrong, Foto: Jason Alden

Kit Armstrong, Foto: Jason Alden

Er ist erst 22 Jahre und bereits ein Star. Ein Wunderkind. Doch die Rede ist nicht etwa von Wolfgang Amadeus Mozart, dieser hat es zeitlebens nicht aus Europa herausgeschafft. Die Rede ist von Kit Armstrong. Sein Klavierdebüt gab er mit acht Jahren. 14 Jahre später arbeitet er international sowohl als Pianist, als auch als Komponist, mit renommierten Orchestern. Bei der „Maimusik“ spielt er am Vormittag des 25. Mai 2014 ein Recital in der Heilbronner Harmonie. Eine Programmauswahl aus seiner ersten CD, die kürzlich erschienen ist, wird zu hören sein.

Ein Wunderkind voller Bescheidenheit

„Wunderkind“, so nannte Alfred Brendel den damals 16-jährigen Kit Armstrong. Doch Armstrong ging nicht den Weg des schnellen, schillernden Erfolges. Sechs Jahre lies er sich Zeit, bis im Herbst vergangenen Jahres seine Debüt-CD erschien. Von seinem Mentor Alfred Brendel lernte er auch die Geduld und die Bescheidenheit. In den sechs Jahren von seinem Bühnen- bis zum CD-Debüt hat er viel konzertiert, sich mit der Musik beschäftigt und seinem Hobby, der Mathematik, gefrönt. In dieser Zeit ist er reif geworden und hat seine Klaviermusik verinnerlicht . So ist die Debüt-CD ein Beweis der Innigkeit und Musikalität des „Wunderkindes“.

Gefühlslandschaft am Klavier

„Eine Gefühlslandschaft, abwechslungsreich wie die einer Barockoper“, schreibt die Wochenzeitung ZEIT über die Choralvorspiele von Johann Sebastian Bach. Kit Armstrong hat sie selbst für das Klavier bearbeitet und auf der CD durch eine eigene Fantasie über B-A-C-H ergänzt.

Diese Bearbeitung wird auch in der Matinée der „Maimusik Heilbronn“ zu hören sein. Ihr stellt der junge Pianist das seelenbefriedete Choralvorspiel op. 122 von Johannes Brahms über den Choral „Herzlich tut mir verlangen“ voran. Unüberhörbar ist die musikalische Beziehung zum Choral „O Haupt voll Blut und Wunden“ von Paul Gerhard, den Johann Sebastian Bach regelmäßig zitierte.

Matinée bei der Maimusik

Doch das Konzertprogramm in der Harmonie Heilbronn wird über die Musik der Debüt CD hinausgehen. Während das Choralvorspiel, trotz freier Elemente, stark an den Choral gebunden ist, löst sich die Fantasie stärker von den ihr zugrunde liegenden Melodien. Der Niederländer Jan Peterson Sweelincks schrieb im 16./17. Jahrhundert variantenreiche Fantasien. An diese freie Gestaltungsform knüpft im 19. Jahrhundert Franz Liszt an. Seine „Fantasie und Fuge über ‘Ad nos, ad salutarem undam’“ bezieht sich auf Giacomo Meyerbeers Oper „Der Prophet“. Dort ruft der Gesang des Psalmes zu Widerstand gegen die Sklaverei und Leibeigenschaft auf. Die Erregung ist in der Musik zu hören, der Text in der Klavierbearbeitung von Ferruccio Busoni natürlich nicht.

Dieses Konzept verfolgt auch Felix Mendelssohn-Bartholdy mit seinen Liedern ohne Worte. Kit Armstrong wird mit ihnen die Matinée eröffnen. Obwohl es in den Liedern ohne Worte keinen Text gibt, so scheinen sie doch aus der Musik heraus zu sprechen. Dies setzt natürlich eine starke Ausdruckskraft des Pianisten voraus, wie sie beim gereiften Wunderkind Kit Armstrong durchweg zu hören ist.

Präsentation der Spielzeit 2014/15

Titel Saisonbroschüre 2014/15. Foto: WKO

Titel Saisonbroschüre 2014/15. Foto: WKO

In einer Pressekonferenz hat das Württembergische Kammerorchester Heilbronn heute das Programm für die kommende Spielzeit 2014/15 vorgestellt.

Musik von Franz Schubert und Dmitri Schostakowitsch eröffnet die Reihe der Heilbronner Konzerte in der Festhalle Harmonie. In Georg Oyens Bearbeitung für Streichorchester erklingt Franz Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ im 1. Heilbronner Konzert am 24. September 2014. Hinzu tritt Schostakowitschs Sinfonie Nr. 14, in deren Gesangparts die Sopranistin Elena Zhidkova sowie der Bass Andreas Hörl zu hören sind.

Seit seinem Debütkonzert in der Hamburger Laeiszhalle führten Sebastian Knauer Konzerttourneen durch Europa, die USA, Südamerika und Asien. Zum 2. Heilbronner Konzert am 15. Oktober und zum 1. Ulmer Konzert am 16. Oktober 2014 ist er mit Mozarts Klavierkonzert B-Dur KV 595 Gast des WKO. Johann Sebastian Bachs Brandenburgische Konzerte stehen neben der Uraufführung von Jörn Arneckes Werk „Gegen-Sätze“ auf dem Programm des 3. Heilbronner Konzertes mit der Oboistin Céline Moinet am 5. November 2014.

Olga Scheps

Die russische Pianistin Olga Scheps kommt sodann mit Chopins Klavierkonzert Nr. 2, das sie spielt, als habe der Komponist es für sie und nicht sich selbst geschrieben, zum 4. Heilbronner Konzert am 10. Dezember 2014 in die Heilbronner Harmonie und am 11. Dezember ins Ulmer Kornhaus. Bereits in der Saison 2012/13 freuten sich die Musiker des WKO auf den Klaviervirtuosen Rudolf Buchbinder, dessen jahrzehntelange Karriere in den letzten Jahren noch einmal in schwindelerregende Höhen kletterte. Nun wird er beim 5. Heilbronner Konzert am 21. Januar 2015 das Kammerorchester vom Klavier aus leiten. Auf dem Programm stehen die drei großen Klassiker Haydn, Mozart und Beethoven. Continue reading

Spaziergang zu den Maimusik-Spielstätten mit dem Solistenensemble Kaleidoskop

Schießhaus Heilbronn, Foto: WKO

Schießhaus Heilbronn, Foto: WKO

Kammermusik-Konzerte an ungewöhnlichen Orten: das hat sich das WKO-Festival „Maimusik Heilbronn“ auf die Fahnen geschrieben. Vor wenigen Tagen haben wir in unserem ersten Stadtspaziergang die Open Air Spielstätten besucht. Heute führt uns unser Weg zu den Konzertorten, an denen das Solistenensemble Kaleidoskop auftritt. Dazu haben wir uns in der Nähe des Bahnhofs in die Frankfurter Straße begeben.

Von der Straße herab senkt sich der Weg leicht in den grünen Garten hinein. Wir blicken auf ein imposantes, gelb-weißes Gebäude im Rokokostil. Das Schießhaus hat seinen Namen wegen der ursprünglichen Verwendung als Schützenhaus. Das Gebäude wurde 1770/71 erbaut und diente seitdem den unterschiedlichsten Zwecken; unter anderem fanden dort Versteigerungen beim berühmten Heilbronner Pferdemarkt statt. Im Obergeschoss betreten wir den denkmalgeschützten Rokokosaal. Im blankgeputzten Holzboden spiegeln sich die beeindruckenden weißen Stuckaturen der Decke.

Ursprünge des Streichquartetts

In der wunderbaren Akustik dieses Saals ist im Rahmen der „Maimusik“ am 22. Mai das Solistenensemble „Kaleidoskop“ zu hören. Das Ensemble ist in den vergangenen Jahren durch außergewöhnliche Konzert- und Vermittlungsprojekte aufgefallen. In ihrem Konzert in Heilbronn stellen die Musiker die zwei Urväter des Streichquartetts, Luigi Boccherini und Joseph Haydn, gegenüber. Im selben Jahrzehnt, in dem das Schießhaus erbaut wurde, schufen Boccerini und Haydn beide ihre ersten Streichquartette – Haydn im Hause Esterházy, Boccherini in Mailand. Mit der Entwicklung der Streichquartette markieren sie das Ende des Barock. Wo sich dieses hinbewegen kann, zeigt die Begegnung mit Terry Rileys 1980 entstandenem Streichquartett “Sunrise of the Planetary Dream Collector für Quartett” im gleichen Konzert. Continue reading

Das waren unsere Themen bei der #relup Twitter-Probe

Wie fühlt es sich an, wenn man im Orchestergraben sitzt? Was hört und sieht man da? Wie bringt ein Inszenierungsteam das Orchester, die Schauspieler und die eigenen Ideen zusammen?

Das konnten Besucher bei der Twitter-Probe zum Musiktheaterabend „Relâche – Heute keine Vorstellung“ selbst erleben. Vier Perspektiven hatten sich das Theater Heilbronn und das Württembergische Kammerorchester für die Twitterer, Facebooker, Blogger und Instagramer überlegt. Neben dem Orchestergraben konnten einige die Probe von der Seitenbühne aus verfolgen, ein Platz war neben dem Inspizienten geschaffen und weitere im Zuschauerraum beim Inszenierungsteam um Christan Marten-Molnár.

Nahezu gleichgültige Musik

Hinter Erik Saties Musik zum Ballettabend „Relâche“ steht die Idee eine absichtslose Musik zu schaffen, die nicht belehrt, sondern einfach da ist.  


In der Inszenierung in Heilbronn spielen drei Schauspieler zur Musik kleine Alltagsszenen, wie das Aufstehen, die Fahrt zum Büro und die Mittagspause. Die Musik indes soll sich im Hintergrund halten, ja geradezu gleichgültig wirken. Diese Art des Musizierens ist für die Musiker des WKO, das sonst als Konzertorchester im Mittelpunkt steht, eine interessante Herausforderung. Regisseur Christian Marten-Molnár forderte das Orchester mit seiner Anweisung „spielt, so schlecht ihr könnt“ heraus. Eine Äußerung, die die Besucher der Twitter-Probe schnell aufgriffen und kommentierten. Continue reading

Erik Satie “Vexations” – Eine ernste Sache

Erik Satie "Vexations", Bild: Wikimedia Sonia y natalia (CC BY-SA 3.0 DE)

Erik Satie “Vexations”, Bild: Wikimedia Sonia y natalia (CC BY-SA 3.0 DE)

„Vexations“ heißt auf deutsch in etwa Quälereien. Eric Satie verfasst das Stück 1893: drei Notensysteme auf einer Druckseite, mehr nicht. Es handelt sich um Variationen über ein Bassthema; Brahms, der das Stück noch hätte kennen lernen können, hätte daraus vielleicht eine Passacaglia gemacht. Aber für Brahms ist Saties kleines Bassthema harmonisch zu unbestimmt. Man hört es als eine fünftönige Melodie mit zwei Varianten. Die erste Variante scheint, nachdem die ersten fünf Töne sich verschlängelt haben, in c-moll zu stehen, während die zweite eindeutig in E-Dur endet. Wenn sich aber die Variationen über dieses Bassthema erheben, sind derlei Fragen wie weggewischt: Auf dem Thema türmen sich ausschließlich Akkorde aus kleinen Terzen. Diese steuern auf keine Tonart zu, schweben frei jeder Gravitation, wollen nirgendwo hin, wollen nichts. Continue reading

Ein musikalischer Rückblick auf die Twitter-Probe #relup

Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn und das Theater Heilbronn veranstalteten am Samstag 12. April eine Twitter-Probe. Eingeladen waren die Twitterer zu einer Probe zum Musiktheaterabend „Relâche – Heute keine Vorstellung“. Rund 20 Theaterbegeisterte waren gekommen um diesen ersten und exklusiven Einblick in die Probenarbeit zu erhalten.

Von drei Perspektiven konnten die Besucher die Probe verfolgen.
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Spaziergang zu den Open-Air-Spielorten der „Maimusik Heilbronn“

Neckarstufen, hier findet das Open Air Konzert statt. Foto: WKO

Neckarstufen, hier findet das Open Air Konzert statt. Foto: WKO

Unser kleiner Stadtspaziergang zu den Open Air Spielstätten der „Maimusik“ beginnt auf der Brücke, über die die Kaiserstraße den Neckar überquert. Von hier schlendern wir auf der rechten Flussseite in Fließrichtung über das helle Pflaster der Unteren Neckarstraße. Das Rattern der Stadtbahnen und das Hupen der Taxen auf der Kaiserstraße entfernen sich nach und nach. Nach rund 250 Metern erreichen wir linkerhand die Neckarstufen.

Neckarstufen

An diesem ruhigen Ort finden am 21. Mai die Konzerte der Bläser des Trondheim Sinfonieorchesters statt. Durch das nahegelegene Wasserkraftwerk steht der Neckar fast still und der Himmel über Heilbronn spiegelt sich in ihm. Wir nehmen auf den Stufen Platz und lassen unseren Blick schweifen. Links neben der kleinen Seeterrasse tummeln sich die Enten im Gras. Am 21. Mai werden sie sich hier mit Schwan und Schildkröte aus Camille Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“ tummeln. Nicht ganz so herzlich könnte das Zusammentreffen mit Esel und den Löwe ausfallen. Hinter uns auf der grünen Wiese jagen Kinder einem Ball hinterher. Von den Gastronomiebetrieben der Unteren Neckarstraße weht ein leichter Geruch von Zwiebeln herüber, der zum schwäbischsten aller Gerichte gehört, den Maultaschen.

Während man das Kinderkonzert am 21. Mai sicherlich auch vom gegenüberliegenden Wasserspielplatz und vom Spielplatz neben dem Freizeitbad Soleo verfolgen können wird, wird das Konzert zum Sonnenuntergang wohl eher den ein oder anderen Biergartenbesucher erfreuen. Continue reading

FAQ „Twitter-Probe“

Profil des WKO_Twitteraccount

Profil des WKO_Twitteraccount

Gemeinsam mit dem Theater Heilbronn lädt das Württembergische Kammerorchester Heilbronn am 12. April zu einer Twitter-Probe ein. Zu erleben ist eine Bühnenorchester-Probe für die Aufführung „Relâche – Heute keine Vorstellung”. Es ist erst die zweite Probe, in der das Schauspielensemble gemeinsam mit den Orchestermusikern probt.

Wie läuft eine Twitter-Probe ab?

Die Twitter-Probe wird um 9:30 Uhr mit einer Einführung in das Stück eröffnet. Treffpunkt ist das Foyer des Großen Hauses im Theater Heilbronn. Von 10 bis 11 Uhr werden die Teilnehmer dann im Großen Haus die Probe besuchen. Im Anschluss daran gibt es die Gelegenheit zum Nachgespräch in der Theaterkantine.

Während der gesamten Probe darf – und soll – getwittert werden: Eindrücke bei der Probe, eigene Gedanken und auch Fragen an das Inszenierungsteam oder andere Teilnehmer. Dabei dürfen auch Bilder gemacht werden, um möglichst genaue Eindrücke von der Probe auch an andere Twitterer zu vermitteln.

Alle Tweets werden mit dem Hashtag #relup versehen. So lassen sie sich zuordnen und finden und vor allem erscheinen sie auf der Twitterwall. Anhand der Twitterwall können auch Interessierte außerhalb des Theaters die Probe verfolgen und sich mit ihren Tweets einklinken. Continue reading