Im Interview: Aleksandar Maletic, Violine I

Aleksandar Maletic, Foto: Fotostudio M42

Aleksandar Maletic, Foto: Fotostudio M42

In der Reihe “Im Interview” stellen sich hier im Blog die Musiker des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn vor. Heute im Gespräch: Aleksandar Maletic, Violine I und Orchestervorstand

Wie bist Du zum Württembergischen Kammerorchester Heilbronn gekommen?

Die Begegnung mit einem Klavierprofessor aus Deutschland hat mich dazu bewegt, mein Studium in Deutschland fortzusetzen. So kam ich nach meinem abgeschlossenen Studium in Belgrad nach Trossingen an die Musikhochschule. Von Trossingen nach Heilbronn war es dann nicht mehr so weit.

Du bist in Jugoslawien, der heutigen Republik Serbien, geboren und dann nach Deutschland gekommen. Wo fühlst du dich zuhause?

In Heilbronn fühle ich mich zuhause – ganz besonders mit meiner Familie. Meine Wurzeln jedoch bleiben in Serbien, meiner Heimat.

Welchen Stellenwert hat die klassische Musik in der Republik Serbien?

Kultur spielt in Serbien eine große Rolle, vor allem das Theater. Dort war ich auch als Jugendlicher sehr häufig. Während meines Studiums habe ich selber viele Konzerte gespielt. Unter anderem auch bei großen Festivals in Mazedonien, Kroatien und Serbien. Aber die Musik, allgemein die Kultur, leidet natürlich auch in Serbien. Es fehlt auch hier an finanziellen Mitteln. In der Zeitung lese ich mit Freude, dass sich die Musikinstitutionen langsam wieder nach vorne arbeiten und die Zuhörerzahlen steigen. Heute bin ich sozusagen passiver Beobachter aus der Ferne. Continue reading

Hausmusik der Familie Mendelssohn mit Ronald Brautigam und dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn

Ronald Brautigam, Foto: Marco Borggreve

Ronald Brautigam, Foto: Marco Borggreve

„Ich liebe Mendelssohn wegen seines Esprit“, sagt Ronald Brautigam über den Komponisten, dessen Werke im Mittelpunkt des 7. Heilbronner Konzertes am 26. März 2014 stehen. Es ist bereits der zweite Teil des Mendelssohn Projekts mit dem Pianisten und dem Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn.

In diesem Teil sind ausschließlich Kompositionen aus der Jugend von Felix Mendelssohn Bartholdy zu hören. Die zwölf Streichersinfonien und das Klavierkonzert in a-Moll schuf er für die sonntäglichen Konzerte in seinem Elternhaus bereits im Alter von 12 bis 14 Jahren. Diese Konzerte leitete der junge Mendelssohn selbst vom Klavier aus. Bei den Streichersinfonien, welche für eine kammermusikalische Streicherbesetzung geschrieben sind, improvisierte Mendelssohn Bartholdy eine Continuostimme am Klavier. Continue reading

Im Interview: Irene Lachner, Solobratschistin

Irene Lachner, gezeichnet von Matto

Irene Lachner, gezeichnet von Matto

In der Reihe “Im Interview” stellen sich hier im Blog die Musiker des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn vor. Heute im Gespräch: Irene Lachner, Solobratschistin.

Wie bist Du zum WKO gekommen?

Üben, üben, üben … (lacht). Es war immer mein Wunsch, eine Stelle im Kammerorchester zu bekommen. Als Sechsjährige spielte ich im Kammerorchester meines ersten Geigenlehrers, während des Studiums bei Prof. Lukas David an der Musikhochschule in Detmold im Kammerorchester von Tibor Varga. Ich tourte mit den Deutschen Bachsolisten sechs Wochen durch Japan, ging dann nach Stuttgart, wo ich sowohl im Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks als auch im Kammerorchester Karl Münchinger spielte. Nach gewonnenem Probespiel landete ich schließlich 1989 beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn Continue reading

Meet and Tweet – Twitter-Probe zu Relâche im Theater Heilbronn

Foto: WKO

Foto: WKO

Einmal im Jahr bringt das Württembergische Kammerorchester Heilbronn gemeinsam mit dem Theater Heilbronn eine Musiktheaterproduktion auf die Bühne. In diesem Jahr dreht sich in “Relâche – heute keine Vorstellung” alles um Erik Satie und seine Musik. Dabei heißt es in den Vorstellungen natürlich Handy aus!.

Bei der vorherigen Produktion “Minsk” fand zum ersten Mal eine Twitter-Probe statt. Nach dem Erfolg dieses Experimentes wird es auch in diesem Jahr eine Tweetup-Probe geben. Diese findet am 12. April 2014 im Theater Heilbronn statt. Wir treffen uns am 12. April 2014 um 09:30 Uhr im Foyer des Großen Hauses zum Kennenlernen und einer kurzen Stückeinführung. Die Bühnenorchesterprobe geht dann von 10:00 bis 11:00 Uhr. Im Anschluss gibt es in der Kantine bei einem Kaffee die Möglichkeit zum Nachgespräch. Continue reading

Zu Gast bei Frank Peter Zimmermann und dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn

Probenbesuch beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, Foto: Pfeffer

Probenbesuch beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, Foto: Pfeffer

Wenn ein Solist wie Frank Peter Zimmermann zu Gast ist, ist das auch für das Württembergische Kammerorchester Heilbronn etwas besonderes. Die Zusammenarbeit mit den besten Solisten der Welt ist für das WKO selbstverständlich, aber Zimmermann kennen einige Musiker des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn bereits seit Beginn seiner jahrzehntelangen Karriere. In der Probe mit Frank Peter Zimmermann am Mittwoch waren neben dem Stargeiger noch viele andere Gäste zugegen. Und einige von ihnen hatten ganz praktische, dringende Fragen an die Musiker des WKO.

Was ist wenn ein Musiker aufs Klo muss?

Was ist, wenn ein Musiker während des Konzertes aufs Klo muss? Ist schon mal jemand während des Konzertes eingeschlafen? Was passiert, wenn eine Saite reißt?

Diese und viele andere Fragen hatte die Klasse vier der Grundschule „Am Grasigen Hag“ aus Weinsberg mitgebracht. Dass das WKO auch ohne Dirigenten spielen musste, weil dieser plötzlich schwer erkrankt war, wussten die Musiker den begeisterten Besuchern zu berichten. Natürlich wollten die jungen Besucher auch wissen, wie alt man sein muss, um im Orchester mitzuspielen. Die jüngste WKO-Musikerin in der Probe ist 25 Jahre, allerdings hat Frank Peter Zimmermann selbst bereits mit 10 Jahren sein erstes öffentliches Konzert mit Orchester gegeben. Den, mittlerweile natürlich erwachsenen, Geiger konnte die Grundschüler dann aus nächster Nähe erleben. Während der Probe durften sie im Orchester und um den Geiger herum sitzen und so einmal ein Orchester aus allernächster Nähe erleben. Continue reading

Alles live? Was ein Orchestererlebnis so besonders macht

Theodor-Heuss-Saal beim Neujahrskonzert 2005, Foto: Georg Mayer

Theodor-Heuss-Saal beim Neujahrskonzert 2005, Foto: Georg Mayer

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade „Alles ‘nur’ Theater!?“ des Theaters Heilbronn. In einer Blogparade ruft ein Blogbetreiber andere auf sich mit eigenen Beiträgen zu einem bestimmten Thema zu beteiligen. Das Theater Heilbronn sammelt die Beiträge auf seiner Seite und wir sind gespannt, was daraus entsteht.

Theater und Orchester haben eines gemeinsam. Alles im Theater ist live und im besten Wortsinne einmalig und unwiederbringlich. Ebenso geht es auch uns als Orchester in den Konzerten. Für eine CD kann ein Stück (theoretisch) wieder und wieder eingespielt werden. Der Hörer tut es dann sicherlich: Er wird die festgehaltene Aufnahme wieder und wieder abspielen und das Erlebnis Konzert scheinbar wiederholen.

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