Art-Rock von Mikhail Chekalin im redblue

Die „redblue meets Klassik“-Saison 2014/15 beginnt am 25. Oktober 2014 mit einer Art-Rock-Komposition von Mikhail Chekalin – Ein guter Grund, um sich sowohl das Genre, als auch den Komponisten einmal genauer anzuschauen.

Art-Rock ist eine Stilrichtung der Rockmusik, deren Kompositionsweise sich an der klassischen Musik orientiert. Die in den sechziger Jahren erstmals formulierte Sehnsucht der Popmusiker nach intellektueller Anerkennung wurde hier auf die Spitze getrieben: Die Art-Rock-Bands lehnten sich an die Lieblingsmusik des Bildungsbürgers an, der „ernsten“ Musik des 18. und 19. Jahrhunderts. Dabei repräsentiert Art-Rock den Ansatz hin zu anspruchsvollen Produktionsweisen, großen Formen und neuen visuellen Darstellungen. Charakteristisch sind ausgedehnte Instrumental- bzw. Soloteile, akustische Effekte aller Art und die Produktion von Konzeptalben. Ausgangspunkt des Art-Rock waren die Konzeptalben der Beatles („Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club“, ein Album, das zahlreiche Bands inspirierte) und der Beach Boys („Pet Sounds“) Zu den bekanntesten Vertretern des Art-Rock gehören auch Procol Harum, Pink Floyd, Cream und Jimi Hendrix.

„Last Seasons“ ist eine Komposition in elf Teilen für Kammermusikorchester, die in den Jahren 1997 und 1998 entstand. Das Werk ist kraftvolle Musik, in der sich Anklänge an Prokofiew bis Pärt wiederfinden. Eine CD-Einspielung mit dem „Moscow Chamber Music Orchestra“ aus dem Jahr 2006 liegt vor. Zur Aufführung in einem Konzert kam es bislang noch nicht – Das „redblue meets Klassik“-Konzert am 25. Oktober ist somit also eine Premiere.

Zur CD-Einspielung gibt es aber bereits Presse-Stimmen wie “…timeless avant-garde striving for the essence of life and music” oder “a powerful stream proceeding from Prokofjev, say, to Pärt, in the mystical tradition of Scriabin, Stravinsky, Shostakovich…”

Mikhail Chekalin wurde 1959 in Moskau geboren und zählt heute zu den modernsten Komponisten Russlands. Als Komponist sinfonischer wie kammermusikalischer Werke verschiedenster Genres, Keyboarder, Maler und Grafiker ist er in unterschiedlichsten künstlerischen Disziplinen zu Hause. Zu Beginn seiner Karriere stand er als Musiker auf der Bühne und brachte u. a. seine eigenen Werke zur Aufführung. In diesen wandte er sich zunehmend gegen die offizielle kulturelle Auffassung der UDSSR. Zudem war er einfach viel zu jung und unorthodox, um sich dem rigoros konservativen Mainstream der sowjetischen zeitgenössischen ernsten Musik anzupassen. Die hieraus resultierenden Konsequenzen und die Ignoranz des kulturellen Establishments schränkten ihn in der freien Ausübung seiner Kunst ein und führten ihn in den kulturellen „Untergrund“. So wurde er in den 70er-Jahren Keyboarder bei „Samozvetin“, einer Art-Rock-Kultband des Moskauer Untergrunds. Inzwischen bekennt er sich zu einer mystischen Tradition des Komponierens, zu einer zeitlosen Avantgarde, auf der Suche nach dem Wesen von Leben und Musik und der inneren Verbindung beider.

Chekalins ausführliche Biografie sowie Hinweise auf seine Musik und seine Bilder sind hier zu finden: www.chekalin.com

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